Eva's Hollywood Blog

STRINGS OF HOPE – Ein Stück Geschichte

Mit meinem Abschlussfilm STRINGS OF HOPE (dt. FÄDEN DER HOFFNUNG) habe ich einre fast unmöglichen Herausforderung gestellt. Mit einer Geschichte basierend auf wahren Begebenheiten, die tief verwurzelt in der Deutschen Kultur und Geschichte ist, bewege ich mich auf einem schmalen Grat. Aber die Geschichte des Puppenspielers Walter Oehmichen war einfach zu gut, um sie nicht zu erzählen.

Paradoxerweise war es ein Amerikanischer Freund von mir, der mich auf die Geschichte aufmerksam machte, als wir für ein Kurzfilmprojekt über Marionetten recherchierten. Weil die Augsbuger Puppenkiste in Deutschland so bekannt ist, fragt man sich nie nach den Ursprüngen, wenn der Name fällt, denn man kennt es ja. Es war einfach da, in meiner Kindheit und der Kindheit meiner Eltern. Hölzerne Figuren erzählten uns Geschichten von Freundschaft, Toleranz und Güte an den Sonntagen vor Weihnachten. Dank der unglaublichen Geschicklichkeit der Puppenspieler ist es schwer zu glauben, dass sich die Gesichtsausdrücke der Puppen nie verändern. Es ist wahre Magie.

Als ich angefangen habe, über den „Puppenvater“ Walter Oehmichen zu recherchieren, habe ich viele unglaubliche Geschichten mit Details aus der Nachkriegszeit entdeckt. Je mehr ich herausfand, desto näher wuchs mir das Projekt ans Herz. Nach einem Jahr Recherche und vielen Gesprächen mit Walters Familie, Freunden, Bekannten und ehemaligen Kollegen begann ich, ein Konzept für einen Spielfilm zu entwickeln. Er handelt von seinen Kampf um Integrität nach dem Zweiten Weltkrieg, weil er vor dem Krieg der NSDAP beigetreten war, um seinen Job am Augsburger Theater zu behalten. Es ist ein heikles Thema, aber ich denke, es ist angebracht, die Geschichte von einem eher unpolitischen Künstler zu erzählen, der Schwierigkeiten hatte, seiner Leidenschaft während Krieg und Zerstörung weiterhin nachzugehen. Besonders, weil er Kindern und Erwachsenen eine Fluchtmöglichkeit von dieser Alltäglichen Belastung bot.

Das Buch zum Spielfilm ist in der Entwicklung, aber um dieses Projekt verwirklichen zu können, möchte ich als Nachwuchsfilmerin zeigen, dass ich im Stande bin, einen historischen Film in epischen Proportionen zu stemmen und das handwerkliche Geschick habe, die Geschichte auf eine fesselnde Art zu erzählen. Deshalb beschloss ich, sozusagen eine Arbeitsprobe (Proof of Concept) als Kurzfilm zu drehen, um die Idee zuerst einem größeren Publikum zu präsentieren. Zum Anlass meines letzten Kurses im Regie-Zertifikatprogramm an der UCLA Extension in Los Angeles, beschloss ich, dieses Herzensprojekt als Abschlussfilm zu verwirklichen. Ich konnte Förderung von einem sehr facettenreichen Publikum aus Familie, Freunden, Bekannten, Fans der Puppenkiste und der Augsburger VR Handels- und Gewerbebank beziehen, die dieses Projekt unbedingt verwirklicht sehen wollten. Ich bin so dankbar für alle Unterstützung und den positiven Zuspruch, den ich in den letzten Monaten für dieses außergewöhnliche Projekt bekommen habe!

Die Produktion des Kurzfilms dauerte vom Buch bis zum fertigen Film ca. 5 Monate, dabei betrug der Dreh selbst nur 2 Tage. Das gab mir einen guten Eindruck davon, wie viel Vorbereitung im Verhältnis in einen historischen Film fließt! Der Dreh ist im Vergleich zur Vorbereitung nur sehr, sehr kurz, aber für mich immer noch die größte Belohnung. Zur Fertigstellung des Projekts möchte ich mich auch nochmal bei meiner tollen Crew bedanken und natürlich allen Sponsoren, die den Kurzfilm möglich gemacht haben. Dank dieser wundervollen Gruppe von Unterstützern sind wir nun einen Schritt weiter auf dem Weg zum Spielfilm!

Der Kurzfilm erwartet jetzt die Festivalrunde. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, gibt es einen TRAILER, um einen kleinen Eindruck vom Projekt zu bekommen! Zudem gibt es auch eine neue brandneue STRINGS OF HOPE Offizielle Webseite mit Infos und Fotos rund um das Projekt!

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